Ostseereise III – Møns Klint und Mückenangriff

Mit leichten Magen-Darm-Problemen und von Mücken angegriffen ging unsere Reise weiter zu den Kreidefelsen.

Der Hafenstellplatz in Klintholm ist nicht ganz so schön gelegen wie wir uns das vorgestellt hätten, es ist effektiv nur ein Schotterplatz und man kann die Ostsee von dort aus nur erahnen. Der kleine Ort jedoch ist süß und sehr sauber. Das gleiche gilt für die Toiletten und Duschen am Hafen, die man mit dem Stellplatzticket benutzen darf.

Da sich Daniela, neben den Belastungen einer Schwangerschaft an sich, auch etwas mit Magen-/Darmproblemen rumschlug haben wir die Tour zu den Klippen um einen Tag verschoben und zunächst einen Stadt-Tag eingelegt. Stege liegt etwa in der Mitte der Insel Møn und ist ein recht idyllischer kleiner Ort.

Wir überlegten ob wir noch eine zweite Nacht in Klintholm Havn verbringen sollten, entschieden uns jedoch dagegen und zogen auf einem süßen kleinen Campingplatz im Norden der Insel ein. Die Dame am Empfang gab uns, vor der Besichtigungstour bei der wir uns einen Stellplatz aussuchen sollten, den Tipp mit „gehen Sie nicht zu dicht an Wald heran, da sind viel mehr Mücken“. Wir spazierten also gemütlich über den Platz immer mit Blick auf die Bäume, denn wir wollen unsere Hängematte endlich mal zu Einsatz bringen. Am Ende wählten wir einen Platz im vorderen Bereich, also reichlich weit weg vom Wald und den angedrohten Mücken, in der Nähe der letzten beiden größeren Bäume die wir für unsere Hängematte in Betracht ziehen wollten.

Doch schon nach unserem Rundgang stellten wir an uns diverse Mückenstiche fest. Aufgebaut wurde also erst nach einer weiteren Fahrt nach Stege und dem Besuch einer Apotheke. Genügend Mückenmittel, welches auch eine Schwangere anwenden darf, ins Gepäck und zurück. Alles was wir so von früheren Reisen im Bus hatten war eher von der Sorte auf der Totenköpfe abgebildet sind. Mittel die selbst unschwangere Nicht-Kinder nicht öfter als 2x am Tag auftragen dürfen sind im Moment wohl eher nicht das Richtige.

Die Hängematte blieb leider trotzdem in ihrer Packung, da die Mücken offenbar nicht gewillt waren in dem ihnen zugewiesenen Bereich zu bleiben. Stattdessen fielen sie in riesigen Horden über uns her! Gestochen wurden wir dank unserer frisch erworbenen Mückenmittel zum Glück kaum. Nachdem Daniela beim Essen eines Löffels voll Kartoffelbrei mehr als fünf Mücken zählte die auf dem Löffel, sogar direkt auf dem Kartoffelbrei saßen, hatten wir dann die Nase voll. Wir beschlossen vorzeitig ins Bett zu gehen. Natürlich nicht ohne zuvor noch eine große Mückenjagd im Bus anzuzetteln. Nach einiger Zeit ist man richtig geübt im Mücken aufspüren, raustreiben und sie dann mit –egalwas– zu erschlagen.

Ergebnis der Treibjagd: etwa 75 tote Mücken, eine Stunde hat’s gedauert und wir haben jetzt eine grobe Ahnung davon wo sich Mücken in einem Bulli überall verstecken können. Gott sei Dank haben wir im Bulli eine Toilette und mussten so tatsächlich nicht mehr vor die Tür. Gute Nacht.

Am nächsten Morgen hieß es also vorzeitig (und fast schon hektisch) dieses Mückenloch verlassen. Eigentlich schade, vor allem für die Betreiber des wirklich schönen und toll gelegenen Campingplatzes. Wir holten jetzt unsere, vom Vortag verschobene, Tour zu den Kreide-Klippen Møns Klint nach. Die Klippen ähneln nicht nur auf dem Papier den berühmten weißen Kreidefelsen von Rügen, sie sind etwa 70 Millionen Jahre alt und im Schnitt alle 20 Jahre gibt es kleinere oder größere Kreidestürze. Oben auf den Felsen gibt es verschiedene Aussichtspunkte und ein Besucherzentrum, der Kern der Sache ist jedoch der Weg nach unten.

Trotz der immer noch schwelenden Magen-Darm-Geschichte, den Unannehmlichkeiten einer Schwangerschaft und unserer reichlichen Mückenstiche machten wir uns dennoch auf den Weg nach unten. Wir waren uns zwar nicht sicher wie anstrengend das insgesamt werden würde und hatten uns darauf gefasst gemacht jederzeit umzukehren – aber am Ende lief doch alles wie geschmiert. Wir waren nicht nur unten (und sind auch wieder rauf gekommen), sondern sind später sogar oben noch ein wenig zu einem der Aussichtspunkte gewandert.

Nachdem ich das Free-Wifi des Visitor-Centers noch für ein paar Megabytes benutzt hab, haben wir uns dann wieder in unseren Bulli gesetzt und sind weiter Richtung Norden gefahren. Das erklärte Ziel: Kopenhagen.

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