Leopolds Reisen

Lacanau und der Platz der Homies

Die erste Entspannung…

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roberts eigenem Weblog. Der Crosspost hier dient dazu die Sammlung an Bulli-Artikeln komplett zu halten.

In Lacanau verbrachten wir unseren ersten Tag am Strand. Endlich kam ich, nach 2 Jahren Pause, wieder auf ein Surfbrett. Noch nicht wirklich erfolgreich, aber das wird schon wieder kommen. Die guten Wellen waren ohnehin von 3 Surfkursen und 10 Locals gleichzeitig belagert. Es sind zur Zeit nämlich Ferien in Frankreich und offenbar zieht es die Franzosen an die Küste (wie uns wohl auch ;-)). Dazu kommt die alljährliche Surfmeisterschaft die ebenfalls gerade stattfindet. Der ganze Surfzirkus belagert die Strandpromenade und trägt seinen Teil zur Überfüllung des kleinen Ortes bei.

Der Strandtag hat uns beiden trotzdem gut getan auch wenn Daniela sich zusammen reißen muss, nicht dauernd Franzosen zusammen zu scheißen, weil diese ihre Kinder schlagen. Die Sprachbarriere retten die Franzosen, leider nicht die Kinder.

Tag 3 in Lacanau begann mit den fälligen Schraubereien – die erste Runde Unterdruckschläuche wurde ausgewechselt und danach ging die Reise weiter. Auto packen, und los!
Zunächst ein weiterens Mal in Richtung Auto-Teile-Dealer um noch mehr Schläuche zu kaufen. Zum Glück lag der auf unserem Weg nach Süden. Was die dort nicht hatten waren Schlauchschellen – der Baumarkt gegenüber war dahingehend leider auch ein Totalausfall. Es gab zwar welche, jedoch in völlig unbrauchbaren Größen. Am Ende wurden wir an unverhoffter Stelle fündig: Die „Kleinkram-Abteilung“ des Supermarktes Hyper-U (wohl die superlativierte Version eines Super-U) hat am Ende die Schellen in der richtigen Größe. Es gab sogar Zündkerzen im Supermarkt(!) – wenn auch die falsche Sorte. Der Baumarkt hatte nur welche für’s Fichtenmopped – leider ist der Busmotor doch etwas anspruchsvoller.

Nochmal 100km weiter Richtung Süden näherten wir uns endlich unserem Tagesziel: Cap de l’Homy – ein „Geheimtipp“ von dem Daniela in Surfernetzgruppen schon häufiger las. Wir bogen also in eine kleine Nebenstraße von zweifelhaftem Fahrbahnbelag ein, kaum 3m breit. Wir ahnten schon, wie wir gleich an einen abgelegenen Strand kommen würden, einsam und vergessen mit nur 2 oder 3 Surferbussen – nur um kurz darauf festzustellen, dass unser Navi nur eine Abkürzung durch den Wald eingeschlagen hatte. Wir kamen schlussendlich wieder auf einer normalen Landstrasse raus und fuhren den Rest des Weges ohne Gegenverkehrsbegegnungspanik.

Der einzige Campingplatz in dem wirklich sehr kleinen Ort sah zunächst sehr voll aus. Die hatten jedoch – fast schon zu unserer eigenen Überraschung – ein Plätzchen für uns frei. Gleich am Eingang fiel uns auf, wie viele deutsche Kennzeichen wir so sahen. Kaum drei Meter nach dem Eingang blieb Daniela auch gleich stehen und begrüßte einen jungen Mann. Und siehe da: wir hatten ein schwäbisches Pärchen wieder getroffen, die wir vor zwei Jahren in Spanien, auf unserem letzten Trip mit VW Bus (damals noch gemietet), kennengelernt haben. Als wir so über den Platz schlendern, merken wir, wie viele VW-Bus-Fahrer und andere Camper aus der Heimat es hierher verschlagen hat. Mit deutsch kommt man hier ganz gut durch. Hier sind sie also: unsere Homies!

Der Ort wird für 2 Nächte unsere Heimat – hier gibt’s außer dem Campingplatz noch ein Surfcamp, einen kombinierten Strand- & Campingbedarf/Supermarkt und eine Pizzeria, fertig. Sehr übersichtlich!

Wir hüpfen noch flink ins Meer und fallen ins Bett.

Tag 2 wird ein Schraubertag für mich, während Daniela den Strand erkundet. Es finden sich auch sofort ein paar Autoschrauber und Vergaser-Auskenner – das scheint auch nötig, denn nach dem Abstellen am ersten Tag stank Leopold erstmal realtiv intensiv nach Benzin. Leider so ziemlich überall und rund ums Auto. Schnüffeln „wo es her kommt“ war da erstmal sinnlos, es roch überall gleich stark. Eine gründliche Überprüfung aller Benzinleitungen von vorn am Tank nach hinten über die Benzinpumpe bis hin zu den Vergasern brachte erstmal die Erkenntnis, dass es nirgendwo ein Leck gibt. Alle Schellen sind fest, die Schläuche sind nicht porös und noch recht neu – wir sind ein wenig beruhigt, aber schlauer sind wir dadurch nicht. Ich erneuere noch die restlichen Unterdruckschläuche (im ersten Einkauf fehlte mir doch 1 Meter) und überprüfe die Schläuche mit dem Durchmesser den ich immer noch nicht kaufen konnte. Isolierband wird’s richten müssen.

Nach erfolgter Schrauberei schlendere ich über den Platz zum Strand. Der Campingplatz ist sehr schön. Das Gelände ist groß und komplett im Pinienwald gelegen, der direkt an die Dünen angrenzt. Der Weg zum Strand führt also an tollen Bussen (ein rot-weißer T2 ist unser Favorit) und Pienen vorbei zu einem Holzbohlenweg über die Dünen. Und schon liegt er vor mir, der Atlantik. Am Strand sind nicht viele Menschen, die verteilen sich ganz gut. Hier und da wird ein Lagerfeuer entfacht. Dazu ist der Strand wunderschön, nach Norden geradezu einsam. Nach 10min Fussmarsch ist man vollkommen allein.

Was für ein Unterschied zum vollkommen überfüllten Lacanau. Es laufen tolle, recht große Wellen rein, also kleben wir erstmal das Loch in meinem Neoprenanzug (im gefühlt 10ten Surfshop in Lacanau hatte jemand dann doch noch ein Packung „Ding All ‚Blobb'“) damit ich die auch alsbald nutzen kann.

Die Nacht von Tag 2 auf 3 bringt die nächste Hiobsbotschaft. Es gewittert und regnet stark. Irgendwo gibt es am Dach (vermutlich einmal an der Dachluke und an der Heckklappe) eine undichte Stelle – jedenfalls tropft es im Bus an 3 Stellen. Wir stellen was drunter und kleben außen eine Folie über die Heckklappe und gehen erstmal schlafen.

Der Plan für Tag 3 sagt: Sonnensegelausstattung mit Heringen und Seilen komplettieren sobald der Strand-Camping-Bäcker-Supermarkt-Laden wieder offen hat, Surfen gehen, chillen, nicht schrauben. Mal sehen wie das funktioniert.

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